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    ...eine Zuwendung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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Erneuerbare vs. fossile Energien - Eine Betrachtung auf Augenhöhe?

Externe Kosten der Energieversorgung

In einem freien, idealen Markt, werden sämtliche Kosten die mit einem Produkt verbunden sind und durch dieses hervorgerufen werden eingepreist. Das heißt sie werden im Marktpreis abgebildet. So ist es einem Verbraucher möglich rationale Kaufentscheidungen zu treffen. Die Realität im Bereich der Energieversorgung sieht jedoch leider derzeit noch anders aus. Von externen Kosten spricht man dann wenn die entsprechenden Kosten nicht in den Marktpreis internalisiert wurden, d.h. sie sind dort nicht abgebildet. Sie sind also die Kosten die nicht auf der Stromrechnung auftauchen. Diese Kosten trägt demnach nicht der Verursacher, sondern die Allgemeinheit. Eine Einpreisung der belasteten Umwelt (Ressourcen) in den Marktpreis findet hier oft nur marginal oder überhaupt nicht statt.

So werden bspw. durch Bergbaufolgeschäden, Sanierungsmaßnahmen oder der Senkung von Grundwasserpegeln durch den Braun- und Steinkohleabbau in Deutschland jährlich ca. 500 Millionen Euro an externen Kosten verursacht (Mühlenhoff 2011 S.5ff.).Weiterhin spiegeln sich die externen Kosten der Kernenergie, wie bspw. der Endlagerung nicht in den Marktpreisen. Müssten die Betreiber der Atomkraftwerke wie Akteure anderer Wirtschaftsbereiche haften, verteuerten sich nach einer FÖS-Studie die Kosten für Atomstrom um bis zu 3,20 Euro je Kilowattstunde bzw. um bis zu 2,36 Euro nach Berechnungen der Versicherungsforen Leipzig. Ganz davon abgesehen existiert keine Versicherung, die in der Lage wäre, die Folgekosten eines GAU zu decken.

Risiken für die Gesundheit, bspw. durch Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx) und Feinstaub. Diese Emissionen verursachen Gesundheits- und Umweltbelastungen, Materialkorrosion sowie Schäden in der Landwirtschaft. Für Deutschland wird z.B. davon ausgegangen, dass die Kohleverstromung pro Jahr mehr als 600.000 Fehltage verursacht und die Bevölkerung knapp 30.000 Lebensjahre kostet. So summieren sich allein die Gesundheitsschäden durch CO2- und Luftschadstoffemissionen auf Beträge zwischen ca. 1.700 und 60.000 Euro je Tonne.

Insgesamt geht das UBA bei der Braunkohleverstromung von externen Kosten in Höhe von 11,5 Cent pro Kilowattstunde aus.

Dennoch müssen sie früher oder später als volkswirtschaftliche Folgekosten beglichen werden – wenn nicht über den Marktpreis, dann eben von der Allgemeinheit, das heißt von Staat und Steuerzahlern oder dem Gesundheitssystem. Die Folge sind Marktverzerrungen im Vergleich zu anderen Arten der Energieversorgung wie bspw. mit erneuerbaren Energien.

In der Praxis können durch Nichtberücksichtigung externer Kosten ökonomische Fehlentscheidungen getroffen werden: Betriebswirtschaftlich ist die Investition in Kraftwerke, deren externe Kosten nicht in die Kostenkalkulation einfließen müssen, oftmals attraktiver als die Investition in Anlagen, die zwar nur geringe externe Kosten verursachen, jedoch höhere Investitions- bzw. Betriebskosten ausweisen. Typisches Beispiel dafür sind Erneuerbare-Energien-Anlagen.

Grundsätzlich zeichnen sich die erneuerbaren Energien durch höhere spezifische Investitionskosten (€/kW) jedoch wesentlich geringeren Betriebskosten aufgrund niedrigerer oder keinen Brennstoffkosten. Die externen Kosten der Energieversorgung unterschiedlicher Erzeugungstechnologien sind in nachfolgender Grafik dargestellt. Sie gibt Aufschluss darüber, um wieviel teurer die Erzeugung einer Kilowattstunde wäre, wenn die geschätzten Folgekosten direkt aufgeschlagen würden. Dass diese Folgekosten nicht von den jeweiligen Stromerzeugern, sondern der Allgemeinheit übernommen werden, stellt einen mehr oder weniger großen Wettbewerbsvorteil für den jeweiligen Energieträger dar (Mühlenhoff 2014).

Umweltkosten der Stromerzeugung in Deutschland und internalisierter Anteil 2014

Der Hauptkostentreiber ist das Kohlendioxid. Da es jedoch (noch) keinen allgemeingültigen Preis für eine bestimmte Menge CO2 gibt sind die angelegten Kosten starken Schwankungen unterworfen. Die Fachwelt ist sich einig, dass ein absoluter Mindestpreis von 14 Euro pro Tonne anzulegen ist wobei die tatsächlichen Kosten über diesem Wert liegen. Das Umweltbundesamt arbeitet mit einem Preis von 80 Euro pro Tonne (entspricht dem Mittelwert aus allen Studien zu diesem Thema). In der Schweiz wurde CO2 seit 2016 mit 84 Franken pro Tonne CO2 eingepreist, was einen realistischen Wert darstellt.

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