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    ...eine Zuwendung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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Folgen des Klimawandels für die Region Rheinhessen-Nahe

Die zwei Seiten des Klimawandels: Emissionsminderung und Anpassung an die Folgen

Grundsätzlich trifft der Klimawandel die ärmsten Länder der Welt am stärksten. Doch auch hier spüren wir die Folgen immer intensiver - Herbststürme die im Januar die Osterglocken abknicken. Nach bisherigem Kenntnisstand werden die deutlichsten Klimafolgen in Deutschland der Meeresspiegelanstieg, Extremwettersituationen, die Gletscherschmelze und Hochwasser an Flüssen sein. Oft ist eine Anpassung an solche Veränderungen möglich und notwendig. Eine solche Strategie muss aber zugleich auf die starke Begrenzung des Klimawandels drängen, damit sie nicht letztlich von diesem überrollt wird.

Wenn man die durch Klimafolgen und extreme Wetterereignisse entstandenen volkswirtschaftlichen Schäden betrachtet wird deutlich, das solche Naturgefahren eine große und immer weiter wachsende Bedeutung haben. Im Zeitraum von 1970 bis 2014 entstanden so volkswirtschaftliche Schäden in Deutschland von über 90 Mrd. Euro. Dabei beeinflusst der Klimawandel Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse.

Temperaturen

Maximale Temperatur innerhalb eines Tages
Tag mit einer Maximaltemperatur von mehr als 30 Grad
Angegeben wird die jährliche Anzahl von schwülen Tagen. Der DWD definiert einen schwülen Tag ab 18,8 hPa Dampfdruck.
Tagesmittel der Lufttemperatur
Diagramme aus http://www.klimafolgenonline.com/

Die aktuellsten Studien zeigen, dass mit mehr als 90%iger Wahrscheinlichkeit der anthropogene, d.h. durch den Menschen bedingte Treibhausgasausstoß das Risiko des Auftretens von Hitzewellen in Europa wie 2003 mindestens verdoppelt hat. Mit 50%iger Wahrscheinlichkeit hat sich dieses Risiko bereits vervierfacht. Bis Ende dieses Jahrhunderts könnten somit Hitzewellen wie 2003 bei einem Weiter-so-wie-gewohnt (business as usual),  sogar der Normalfall sein.

In Deutschland forderte die Hitze 2003 ca. 7.000 Menschenleben, in Frankreich waren es sogar 15.000 und in Europa insgesamt ca. 30.000. Damit war diese Hitzewelle die größte Naturkatastrophe in der europäischen Geschichte.

Von Hitzewellen ausgelöste direkte Gesundheitsbelastungen – auch solche durch erhöhte Ozonwerte – können Arbeitsfähigkeit und somit ökonomische Leistungen einschränken.

Im Sommer 2003 wie auch im Sommer 2006 mussten außerdem einige Atomkraftwerke ihre Stromproduktion drosseln bzw. zeitweilig vollständig einstellen, da die Flüsse für die Kühlung zu warmes Wasser führten. Als Folge dessen stiegen die Strompreise in diesen heißen Tagen extrem an, und konventionelle Großkraftwerke erwiesen sich als nicht vorbereitet auf diese Situation.

Durch Niedrigwasser wurde in diesen heißen Sommern die Schifffahrt auf großen Flüssen wie Elbe und Rhein stark eingeschränkt. Auch der Straßenverkehr wurde durch schmelzenden Asphalt während der Hitzewellen behindert.

In der Zeitreihe von 1881 bis 2014 ist ein deutlicher Temperaturanstieg von durchschnittlich +1,3°C in Deutschland zu verzeichnen. Klimaprognosen bis Ende des 21. Jahrhunderts schreiben diesen Trend zum Teil noch deutlicher fort.

Quelle: Germanwatch, Auswirkungen des Klimawandels auf Deutschland

Niederschläge

Beobachtungen für den Zeitraum von 1881 bis 2014 belegen das die jährlichen Niederschläge um 10,2% zugenommen haben. Insbesondere die winterlichen Niederschläge sind in diesem Zeitraum um durchschnittlich 26% angestiegen. Dies führt in Folge dazu das vermehrt Hochwasserereignisse in diesen Zeiten auftreten. Der gefrorene Boden nimmt nur wenig Wasser auf (Versickerung) was dazu führt das die Fließgewässer schnell über die Ufer treten.
Simulationen für die nächsten hundert Jahre zeigen das bei einem ungebremsten Ausstoß von Treibhausgasen diese Mengen um bis zu 32% ansteigen könnten.
Zudem gibt es Hinweise auf vermehrt stattfindende Gewitter und Hagelereignisse, was wiederum eine besondere Beachtung im Bereich der Landwirtschaft oder im Bereich des städtischen Wasserhaushalts bedingt.

Wasserbilanz

Trotz der vermeintlich steigenden Niederschläge stellt sich die Wasserbilanz im Landkreis Alzey-Worms wie folgt dar.

Die Wasserbilanz stellt die Differenz aus den täglichen Niederschlägen und der Evapotranspiration (Verdunstung) dar. 

Es wird deutlich das Rheinhessen mit noch weniger Wasser als bisher wird auskommen müssen. Die landwirtschaftliche Nutzung ist dann in jedem Fall auf den Einsatz von Bewässerungstechnik angewiesen.

Klimafolgen und Weinbau

 

Weinberge gehören zu den Sonderkulturen in der Landwirtschaft. Weinreben benötigen für ein optimales Wachstum bestimmte klimatische Voraussetzungen. Diese Voraussetzungen variieren dabei leicht von Weinsorte zu Weinsorte. Im folgenden werden eine Reihe von Kenngrößen vorgestellt die es ermöglichen die Eignung für weinbauliche Zwecke darzustellen. Hierzu zählen unter anderem;

  • Jahresdurchschnittstemperatur - sollte zwischen 10 - 15 °C liegen
  • Breitengrad - Nordhalbkugel zwischen 30. und 50. Breitengrad
  • die 12° und die 22°C Isotherme während der Wachstumszeit
  • Durchschnittstemperatur in der Wachstumszeit - mindestens 15 °C
  • Huglin-Index

Der Huglin-Index ermöglicht grundsätzliche Aussagen zur Eignung bestimmter Flächen. Es lassen sich mit ihm auch Aussagen zur Sortenwahl für den Anbau treffen. Selbstverständliche gibt es neben diesen auch bspw. auch geologische Faktoren die die Eignung bestimmen wie z.B. Ausgangsgestein, Relief oder Exposition. Hinsichtlich des Ertrags ist jedoch die Temperatur der bestimmende Faktor. So sind auch die Weinbergsmauern zu erklären, die die Funktion haben neben der Modellierung des Reliefs auch für eine Temperaturausgleich zu sorgen (Sonne erwärmet Steine und diese geben die Temperatur langsam wieder an die Umgebung ab).
Wegen der direkten Abhängigkeit von Witterung und Klima gehört insbesondere der Agrarsektor grundsätzlich zu den klimasensitiven Wirtschaftszweigen. Klimawandel bedingte Anpassungsmaßnahmen in der Landwirtschaft reichen von technologischen Lösungen über die Anpassung landwirtschaftlicher Betriebs- und Kulturführung hin zu politischen Weichenstellungen in Form von Struktur- und Fördermaßnahmen. Auf kurze Sicht reichen autonome Einzelmaßnahmen auf Betriebsebene aus, langfristig gesehen werden technologische und strukturelle Veränderungen jedoch unerlässlich sein.
Laut Aussagen des Statistischen Bundesamtes werden in Rheinland-Pfalz etwa 64.000 Hektar weinbaulich bewirtschaftet.
Herausforderungen vor denen der Weinbau zukünftig stehen wird und denen mit Anpassungsmaßnahmen auf betrieblicher Ebene begegnet werden kann, sind insbesondere:

  • Trockenstress
  • Ertragseinbußen
  • Vegetationsperiode
  • Verschiebung der Phänologie
  • Spätfrostgefährdung
  • Wärmesummen im Weinanbau
  • Niederschlagsintensität
  • Wärmebelastung
  • Infektionskrankheiten
  • Krankheits-, Schädlingsbefall und Auftreten von Schadpflanzen

 

Für weitere Informationen rund um den Themenbereich der Klimafolgen in Deutschland und auf Ebene der Landkreise klicken sie bitte hier.