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    ...eine Zuwendung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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Suffizienz

Der Begriff Suffizienz (aus dem Lateinischen sufficere = ausreichen, genügen) steht für "das richtige Maß", bzw. "ein genügend an". Suffizienz kann auch als eine Änderung der Konsumgewohnheiten verstanden werden.

Suffizienz meint zugleich einen sorgsamen und haushalterischen Umgang mit den Naturgütern zugunsten eines Erhalts der Naturproduktivität auch für nachfolgende Generationen. Daher können Effizienz- und Konsistenzstrategien nur dann die Nachhaltigkeit befördern, wenn ihnen Suffizienzziele vorangestellt werden. Dies lässt sich anhand der CO2-Reduktionsziele gut veranschaulichen. Sie sind im Grunde und zuerst Suffizienzziele, mit denen eine Begrenzung erfolgt und ein Genug bzw. das ohne gravierenden Schaden noch Mögliche definiert wird.

Das Konzept der Suffizienz berücksichtigt dabei natürliche Grenzen und Ressourcen und bemüht sich somit eines möglichst geringen Rohstoffverbrauchs. Zentrale Begriffe der Suffizienz-Strategie sind „das richtige Maß an Konsum“, „Selbstbegrenzung“, „Konsumverzicht“ und auch „Entkommerzialisierung".

Das Ziel der Suffizienz Strategie ist es den weltweiten Bedarf an Konsum und Dienstleistungen zu senken, ohne Verluste einzubüßen. Vor allem in Zeiten des Wegwerf-Konsums kommt es nicht selten zum Überkonsum aufgrund fehlender regulierender Maße. Die Konsumgesellschaft basiert darauf, dass möglichst viel konsumiert wird und geht implizit von der Notwendigkeit eines stetigen Wachstums aus. Dabei wird der Wohlstand und die Lebensqualität am Konsumniveau gemessen.

Volkswirtschaftlich dient noch immer das  Bruttoinlandsprodukt (BIP) einer Nation als Indikator für deren Wohlstand. In der frühesten Vergangenheit gibt es jedoch zunehmend Anzeichen dafür das (auch) hier ein Umdenken stattfindet oder bereits stattgefunden hat. So wurde bspw. die Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ durch die Bundesregierung eingesetzt, welche alternative Wohlstandsindikatoren bzw. entsprechende Ergänzungen zum BIP prüfen soll.

Eine der Erkenntnisse dieser Arbeiten ist insbesondere:

„Die politische Aufgabe besteht hier vor allem darin, die richtigen Marktanreize zu setzen und insbesondere negative externe Effekte zu internalisieren. Wenn dies geschieht, spiegeln sich die ökologischen Kosten zum einen zutreffend auf der Kostenseite des BIP wider. Zum anderen sorgen entsprechend verbesserte Marktsignale aber auch für unmittelbare Verhaltensänderungen, was bei einer bloßen Ausweisung ökologischer Kosten in alternativen Wohlfahrtsindikatoren nicht der Fall ist.“

Die verlängerte Lebenszeit von Produkten ist dabei ein zentraler Faktor beim Wechsel des Konsummusters. Der Leitgedanke: Mit der Verlängerung der Haltbarkeit werden die Abstände zwischen dem häufigen Neukaufen gedehnt, sodass auch auf diese Weise die absolute Güterproduktion reduziert werden kann. Allerdings bezieht sich die verlängerte Lebenszeit nicht nur auf die Haltbarkeit von Produkten, sondern auch auf deren Aktualität. (Quelle: Nertinger 2014, S.35ff)
Ein typisches Beispiel hierfür ist die Smartphone-Branche. In immer kürzer werdenden Abständen kommen neue Mobiltelefone auf den Markt, die immer neue technische Innovationen versprechen. Oftmals wird aufgrund dessen das eigene noch funktionsfähige Handy gegen ein neues ausgetauscht. Auf diese Weise sammelt sich schnell ein Berg an Smartphones an, der den Überkonsum deutlich widerspiegelt. Das Projekt "Ara", oder auch das Fairphone hat sich der großen Herausforderung gestellt und gehen dieses Problem an.

Nähere Informationen zum Fairphone und ARA finden Sie hier.

Das Beispiel Car-Sharing
Oftmals fällt es schwer, Maßnahmen einer bestimmten Nachhaltigkeitsstrategie zuzuordnen. Ein Beispiel dafür stellt das Konzept des "Car-Sharings" dar. Beim Car-Sharing geht es darum ein Auto zu fahren, ohne es zu besitzen. Wer organisiertes Car-Sharing nutzt, ist dadurch von den lästigen Pflichten des Autobesitzes entbunden. Die Freiheit der Wahl des jeweils besten Verkehrsmittels entlastet Geldbeutel und Umwelt. Aus einem umfassenden Fahrzeugangebot kann ein Auto gewählt werden, das dem jeweiligen Fahrtzweck am besten entspricht. Die Kraftfahrzeuge des gewählten Car-Sharing-Anbieters stehen meist standortnah zur Verfügung. Eine Kontaktaufnahme mit der jederzeit erreichbaren Buchungszentrale genügt, um ein Auto zu buchen. Bereits Georg Wilke (2002) hat dieses Beispiel aufgefasst und die unterschiedlichen denkbaren Effekte herausgearbeitet. In Fischer/Grießhammer (2013) wurde dieses Beispiel erneut mit den folgenden Ergebnissen thematisiert:

  • Durch das Car-Sharing verringert sich eventuell der Umfang des gesamtgesellschaftlichen Fahrzeugbestands pro gefahrenenKilometern. Dieselbe Transportleistung wird nun mit weniger Fahrzeugen erbracht – ein Beispiel für Effizienz ?
  • Die Anzahl der gefahrenen Kilometer könnte sich ebenfalls verringern, etwa weil ein Auto nicht ständig leicht verfügbar ist – ein Suffizienzeffekt ?
  • Evtl. werden mehr moderne, effizientere Fahrzeuge eingesetzt als beim Privat-PKW – ein Effizienzeffekt ?
  • Es könnten mehr Fahrzeuge mit anderen Antriebskonzepten und Treibstoffen (Hybrid-, Elektroauto) zum Einsatz kommen –ein Konsistenzeffekt ?
  • Es kommen oft kleinere und weniger reichhaltig ausgestattete Fahrzeuge zum Einsatz–ein Suffizienzeffekt ?