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    ...eine Zuwendung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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Klimafrage im Monat Februar

Kürzeste Antwort: Am besten auf beides verzichten! Wenn Plastik dann so häufig wie möglich verwenden und dann ins Recycling geben. Warum diese kurze Antwort in der Praxis jedoch nicht ausreicht, erfahren Sie nachfolgend in einer zugegebenermaßen längeren Version der Antwort.

In den 1950er Jahren gab es noch keine Plastiktüten. Dennoch konnten die Menschen ihren Einkauf ohne größere Probleme erledigen, indem sie einfach ihre eigenen Einkaufskörbe oder -taschen mit in den Laden nahmen.
Heute werden Plastiktüten von den meisten Menschen fast ausschließlich für den Transport von Lebensmitteln, Kleidung oder anderen Produkten vom Geschäft nach Hause benutzt. Die durchschnittliche Einsatzdauer ist hierbei außerordentlich kurz. Im Durchschnitt liegt sie bei einer Plastiktüte bei gerade einmal 25 Minuten. Es gibt sie, je nach Verwendungszweck in den unterschiedlichsten Formen und Macharten. Eines aber ist Allen gemeinsam: Sie werden in der Regel einmal verwendet und dann weggeworfen, meist in den Hausmüll.
Jährlich werden mehr als 1 Billion Plastiktüten (1.000.000.000.000) produziert und verbraucht.
In Deutschland pro Minute etwa 10.000 Stück! Umweltbelastung und ein gesteigerter Ressourcenverbrauch sind die Folge.
Schon jetzt verbrauchen wir mehr Rohstoffe als unser Planet zur Verfügung stellen kann. Deshalb müssen wir unsere derzeitigen Konsumgewohnheiten ändern und nachhaltigere Verhaltens- und insbesondere Konsumgewohnheiten entwickeln. Das schließt auch die Nutzung von Tüten und Tragetaschen zum Transport von Waren mit ein.
Betrachtet man den absoluten Plastiktütenverbrauch gehört Deutschland hinter Italien, Großbritannien und Spanien zu den europäischen Spitzenreitern. In Deutschland fallen laut dem Umweltbundesamt im Durchschnitt 65 Plastiktüten pro Einwohner und Jahr an. Das entspricht einem bundesweiten Aufkommen von 5,3 Milliarden Plastiktüten im Jahr. Bei einem konservativen Durchschnittsgewicht von 20 g pro Plastik-Tragetüte entstehen so jährlich 1,3 kg Verpackungsmüll pro Bundesdeutschem Einwohner.
Gegenwärtig werden die meisten Plastiktüten aus Erdöl, in der Regel Neugranulat aus fossilem Rohöl hergestellt, was den zunehmenden Verbrauch der ohnehin endlichen fossilen Ressourcen noch unterstützt. Beginnend mit der Extraktion von fossilen Brennstoffen zur Herstellung, der Produktion und dem Transport der Tüten zu ihrem Ausgabeort werden die CO2-Emissionen bei einem Verbrauch von jährlich einer Billion Tüten auf 30,97 Millionen Tonnen CO2e geschätzt und somit auch der Klimawandel nicht signifikant aufgehalten. Es gibt jedoch auch Schätzungen die von bis zu 60 Millionen Tonnen CO2e sprechen. Aber auch der unnötige Einsatz von Energie und Wasser zur Herstellung könnte durch einen Verzicht auf Einwegtüten vermieden werden. Eine grobe Schätzung geht davon aus, dass für die Herstellung der in der EU pro Jahr deponierten Plastiktüten Strom von durchschnittlich 1,67 Atomkraftwerken notwendig ist.
Die Produktion von Plastiktüten ist aber auch eine signifikante Quelle für andere Umweltschadstoffe, insbesondere photochemische Oxidantien, sofern die verwendeten Druckfarben Lösemittel enthalten.
Die Nutzung der gebrauchten Plastiktüten als Sekundärmaterial und Ausgangsstoffe für andere Produkte kann den Ressourcenverbrauch sicherlich minimieren. Hierbei ist allerdings auch immer zu berücksichtigen, dass durch das sogenannte Downcycling mit anschließender Verbrennung immer auch Material verloren geht.
In Europa wird nicht einmal jede zehnte Plastiktüte recycelt, wodurch die Rohstoffe bei neun von zehn hergestellten Plastiktüten verloren gehen, d.h. aus dem Stoffkreislauf entfernt werden.
Die europäische Recyclingquote für Plastiktüten wird auf lediglich 6,6 Prozent geschätzt. Für 39 Prozent der in Europa anfallenden Plastiktüten wird eine Verbrennung unter Teilenergierückgewinnung und für weitere 50 Prozent eine Verbrennung ohne Energierückgewinnung oder eine Deponierung angenommen. In Abhängigkeit von den eingesetzten Kunststoffen lagern sie dort für etwa 100 bis 500 Jahre bis sie vollständig zerfallen sind. Die restlichen 4,6 Prozent werden weggeworfen und nicht durch Abfallsammelsysteme erfasst.
Durch den Verzicht auf Plastiktüten und Einwegtüten lässt sich mit relativ geringem Aufwand der Verbrauch reduzieren, was zu einem geringeren Abbau fossiler Energieträger, zu geringeren Schadstoffemissionen, zu weniger Abfall und zu geringeren Umweltfolgeschäden führt.
Zwar gibt es in Deutschland im Unterschied zu vielen anderen Ländern ein Erfassungssystem zur stofflichen Verwertung (gelber Sack oder gelbe Tonne) allerdings landen längst nicht alle Plastiktüten dort. Und von denen die es tun werden lediglich 40 Prozent recycelt. Oftmals werden Sie heraussortiert und landen anschließend in der Verbrennung. Häufig werden sie in der Hausmülltonne entsorgt und anschließend mit dem Restmüll verbrannt. Insbesondere dann, wenn die Tüten als Müllbeutel verwendet werden. In der braunen Tonne entsorgte biologisch abbaubare Plastiktüten werden im Regelfall aussortiert und ebenfalls verbrannt.

Gibt es denn Alternativen zur Plastiktüte?

Sind Papiertüten, die mittlerweile häufig als Alternative in Supermärkten angeboten werden besser für die Umwelt? Und was ist mit Stofftaschen?

Hierzu geben Ökobilanzen Aufschluss. In einer Ökobilanz werden alle umweltrelevanten Prozesse bilanziert. Im Ergebnis gegenübergestellt lassen sich so Aussagen über die Umwelteffekte ableiten und Alternativen aufzeigen.

Hier folgt in den kommenden Tagen noch eine Gegenüberstellung der verschiedensten Alternativen...